Circus Charivari – on tour

Nachdem im September die jüngeren Charivaris beim Karlshofer Kinderfest einen leicht chaotischen aber sehr fröhlichen Auftritt hingelegt hatten, folgte die Wiederaufnahme unseres Stücks „Pages- A Circus Library“. Das Publikum war begeistert, die Parketthalle platzte aus allen Nähten und viele Zuschauer, die das Stück bereits im Juni gesehen hatten, bemerkten, dass es sich weiterentwickelt hatte, dass es gereift war und definitiv bereit war, auf große Auslandsreise zu gehen. Am 3. Oktober traf unser bewährter Busfahrer Ingo (von Nordic Aktiv Reisen) bei uns ein und stellte mal wieder unter Beweis, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann, schon gar nicht die Unmengen an Instrumenten, Requisiten, Lichtampeln und unhandlichen Gegenständen, die wir in seinem Bus nebst Anhänger zu verstauen gedachten. Es passte tatsächlich alles hinein, auch wenn es viel Geschick und vor allem Geduld brauchte. Wir sollten auf dieser Tournee noch fünf weitere solche Packaktionen haben.

Voller Vorfreude und Aufbruchstimmung ging es gen Norden, wo wir am späten Nachmittag in Gellerup, einem tristen Vorort von Aarhus eintrafen. Die Gastgeber, der Cirkus Tvaers, begrüßten uns herzlich und staunten sogleich über die gut organisierten Auslade-Ketten: was für eine Disziplin! Kaum waren die Küchensachen im zweiten Stockwerk des Gebäudes angekommen, begann unser phantastisches Küchenteam mit der Vorbereitung des Abendessens, kaum war das Bandequipment im beeindruckenden Theatersaal angelangt, begann schon der Aufbau und die Verkabelung der Band, um bereit zu sein für den ersten Soundcheck, und die Artisten installierten mithilfe beeindruckender Hebebühnen Trapeze, Luftring und Vertikaltücher. In einer aufwändigen Stellprobe machten wir uns mit den Gegebenheiten des Theaters vertraut, passten das Stück an und ließen uns zwischendurch kulinarisch verwöhnen. Vom ersten Tag der Tournee an funktionierten alle wie ein Uhrwerk, und es war eine helle Freude, diese großartige Zusammenarbeit aller Beteiligten Tag für Tag mit zu erleben. Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn es war eine Schulvorstellung angesetzt. Mitten im sozialen Brennpunkt angesiedelt waren wir auf ein sehr unruhiges Publikum eingestellt, aber unsere Truppe konnte alle begeistern und bis zur letzten Minute fesseln. Wir bekamen sehr wertschätzendes Feedback und langen Applaus. Am Nachmittag trafen wir uns in den angrenzenden Räumlichkeiten des Cirkus Tvaers mit Jugendlichen aus dem Stadtviertel. So gut wie alle hatten einen Migrationshintergrund und ein Leben, das weit von der Lebenswirklichkeit unserer Jugendlichen entfernt lag. Dennoch verwischten die Unterschiede und das Fremdsein innerhalb von Minuten, sobald wir miteinander in Bewegung kamen. Baraa, ein gebürtiger Libanese, gab uns einen HipHop-Workshop und alle tanzten ausgelassen miteinander, anschließend ging es mit Bodenakrobatik und Jonglage weiter. Die Trainer des Cirkus Tvaers staunten über unsere hochmotivierten Jugendlichen, es wurden Flikflaks und Salti gesprungen und Clara schaffte sogar einen Handstand auf den Händen von Khaled, dem stärksten Akrobaten des Cirkus Tvaers.

Am Nachmittag rückten drei energische bekopftuchte Frauen an, belegten die Küche und zauberten ein palästinensisches Buffet für uns. Viele der Speisen hatten wir noch nie zuvor gegessen, es war wirklich ein Festschmaus der Spitzenklasse!

Am nächsten Morgen bekamen wir eine Führung durchs „Ghetto“: Hochhäuser und Beton soweit das Auge blickte, dazwischen ein paar eher zweifelhafte Versuche, die Tristesse des Stadtteils zu durchbrechen, wir hatten interessante Einblicke in Sozialpolitik und halbherziges Krisenmanagement. Ein Besuch im Basar des Viertels versetzte uns schlagartig in eine andere, eine orientalische Welt. Nachmittags gaben wir eine öffentliche Vorstellung im Theater, die begeistert aufgenommen wurde. Abends bedankten wir uns mit einer Singerunde und Marzipan bei unseren tollen Gastgebern.

Am nächsten Tag hieß es leider sehr früh aufstehen, da ja wieder alles verpackt und verladen werden musste. Dies wurde der stressigste Tag der Tournee. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir Odense, wo wir beim Cirkus Flikflak sogleich alles ausladen und sofort in die Showvorbereitung gehen mussten. Es war gar nicht leicht, eine Installationsmöglichkeit fürs Schlappseil zu finden und auch die Luftaufhängungen waren kompliziert. Wieder musste einiges umgestellt werden, viele waren auch ganz schön übermüdet, und der Publikumseinlass rückte näher und näher… Dennoch schafften wir es, pünktlich zu beginnen und unser Stück vor vollem Saal zu spielen. Dies war sicher nicht unsere beste Vorstellung, und das Publikum war hier auch sehr unruhig, aber es gab nette Begegnungen, ein gemeinsames Abendessen mit den Dänen und hinterher reichlich Spaß mit den vielen lustigen Geräten und Fahrzeugen des Cirkus Flikflak. Am nächsten Morgen hieß es schon wieder Packen und Weiterfahren.

Beeindruckend war die Fahrt über Storebelt und Öresund und unsere Ankunft in Malmö, wo wir in einem historischen Circus-Gebäude untergebracht waren und dort auftraten: ein Rundbau mitten in einem beeindruckenden Park, Circus-Feeling pur!

Zunächst einmal aber liefen wir zur Cirkusskola Malmö, wo wir ein tolles gemeinsames Training mit den Schweden hatten. Die Show-Vorbereitung nahm am nächsten Tag viel Zeit in Anspruch, aber sie hat sich wirklich gelohnt. Am Abend gaben wir im Manegenrund vor vollem Haus unsere Vorstellung, die von den Schweden wirklich bejubelt wurde. Unsere „Circus-Sprache“ schien sie sehr anzusprechen, und sie zeigten uns unglaubliche Wertschätzung.

Am nächsten Morgen mussten alle wieder sehr früh aufstehen, da wieder eine Schulvorstellung anstand. Als wir feststellten, dass es sich beim Publikum nicht um Schulkinder sondern um mehrere Kindergartengruppen handelte, kürzten wir das Stück noch etwas und stellten um, um uns an das junge Publikum anzupassen. Nun waren wir sehr gespannt, wie unser Stück wohl auf so junge Zuschauer Kinder wirkt, und auch das war wirklich herzerwärmend. Die kleinen Kinder gingen so richtig mit, und es war ein ganz besonderer Morgen in diesem schwedischen Circus- Gebäude!

Nachmittags gab es endlich einmal Freizeit und alle erkundeten in Kleingruppen Malmö, anschließend gab es einen Massageworkshop bei Rike. Abends trainierten wir wieder gemeinsam mit den Schweden in der Circus-Schule. Die Richtlinien für den Abend lauteten: jeder lernt mindestens einen der Anderssprachigen namentlich kennen, jeder bringt jemandem mindestens ein Kunststück bei und jeder lernt mindestens ein neues Kunststück. Dieses Konzept war ein voller Erfolg. Schon nach kürzester Zeit meldeten mir einige, dass sie bereits drei neue Abfaller am Tuch gelernt hätten, andere, dass sie einigen Schweden schon lauter neue Luftringtricks gezeigt hätten, bei den Partnerakrobaten bildeten Schweden und Deutsche beeindruckende Pyramiden und es wurden Freundschaften geknüpft. Viele schreiben sich jetzt auch weiter, und die Schweden baten uns, dass wir doch unbedingt mal ein gemeinsames Trainingscamp veranstalten sollten. Das werden wir definitiv mal planen!

Der letzte Tourneestop Simrishamn war mit Abstand der schönste Ort, ein richtiges Idyll, das uns aber leider mit äußerst schlechtem Wetter empfing. Dafür strahlten die Mädchen aus der „Kulturskola“ um die Wette und hießen uns sehr herzlich willkommen. Leider mussten hier unsere beiden Vorstellungen an unterschiedlichen Orten stattfinden, was uns eine zusätzliche Packaktion und vor allem einen zusätzlichen kräftezehrenden Aufbau und Stellprobe bescherte. Dennoch waren beide Vorstellungen einfach zauberhaft. In Kivik brachten wir eine ganze Schule dazu, jetzt auch Circus zu machen, die Kinder waren absolut entzückt von unserem Stück, tauchten ein in unsere Bücherwelt und waren unendlich dankbar, dass wir mitten im Herbst in ihr sehr verschlafenes Nest gekommen waren. Wie durch ein Wunder brach mittags der Himmel auf, und wir konnten unser Mittagessen draußen an einer idyllischen Bucht einnehmen, danach hieß es schon wieder packen und neu aufbauen in der Halle in Simrishamn.

Nach einem Tag mit gemeinsamen Spielen und Workshops mit schwedischen Circus-Schülern, die aus vier Orten im Umkreis von hundert Kilometern gekommen waren, um mit uns zu trainieren, gaben wir dann unsere allerletzte Vorstellung von „Pages- A Circus Library“.

Diese Derniere war so ziemlich das Schönste, was ich in meiner ganzen langjährigen Circus-Zeit erlebt habe. Unsere 30 Artist*innen, Musiker*innen und Techniker überraschten uns mit künstlerischen Feinheiten, bewegenden Momenten, Humor und menschlicher Größe. Das Ganze war wie ein einziger großer Blumenstrauß, dargeboten vor ausverkauftem Haus, wertgeschätzt und bejubelt von den vielen unglaublich netten Schweden. Am Ende flossen dann Tränen ohne Ende, alle lagen sich in den Armen, dann wurde getanzt… Und wieder gepackt. Bei der spätabendlichen Feedbackrunde wurde nochmal deutlich, wieviel dieses Projekt allen Jugendlichen bedeutet hat und wie sehr sie an allen Herausforderungen gewachsen sind.

Unendlich erschöpft aber auch sehr beglückt kehrten wir zurück nach Lübeck. Gefahren vom weltbesten Busfahrer, gesättigt vom wunderbaren Küchenteam, das auch nach 14-Stunden-Tagen noch gute Laune verbreitete, bereichert durch alle Erfahrungen. Was für eine Tournee!

Wir danken allen Stiftungen und Förderern, die dieses Projekt ermöglicht haben und werden diese Zeit nie vergessen.

Trix Langhans

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Unterwegs…

auf Tournee nach Aarhus/Gellerup und Odense in Dänemark, nach Malmö und Simrishamn in Schweden.

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„Pages- A Circus Library“

Am 15.6. hatte unser neues Circus Stück „Pages- A Circus Library“ Premiere. Es folgten drei weitere sehr gut besuchte Vorstellungen in unserer Parketthalle. Die Resonanz war umwerfend. Die Zuschauer waren gleichermaßen beeindruckt wie berührt von diesem Gesamtkunstwerk aus Musik, Artistik und Spiel. Die Regie führten Rainer Rudloff und ich , die Musik komponierte eigens für das Stück Wiebke Hahn, Licht und Ton lagen in den Händen unserer Jugendlichen. Die Zuschauer fühlten sich für 100 Minuten in eine andere Welt versetzt. Eine Welt, die aus einem leuchtenden Buch hervorgezaubert wurde, aus dem immer neue Geschichten entstanden. Da jonglierte sich Alice durchs Wunderland, da tanzte Pippi Langstrumpf über das Schlappseil, die Grauen Herren vertrieben Bücher lesende Parterre-Akrobaten von der Matte und die Fakire entführten alle in die Welt aus „1001 Nacht“. Wer dieses Stück noch nicht gesehen hat, hat dazu in Lübeck gleich noch zweimal Gelegenheit: am 27.9. um 19 Uhr und am 29.9. um 16 Uhr in unserer Parketthalle. Karten können über unser Kartentelefon reserviert werden: 0451-7074536. Wir freuen uns auf viele circusbegeisterte Zuschauer*innen!

Vom 3.-13. Oktober geht unser Stück dann auf Tournee nach Dänemark und Schweden, wo neben den sieben geplanten Vorstellungen auch Begegnungen und Workshops mit dänischen und schwedischen Jugendlichen auf dem Plan stehen. Das werden bestimmt unvergessliche Erlebnisse!

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Nafsi Africa Acrobat Youngsters

Nur drei Tage nach dem fulminanten Auftritt in der Kieler Oper, kam schon das nächste Highlight: der Besuch der Nafsi Africa Acrobat Youngsters. Hatten im vergangenen Jahr die Erwachsenen Nafsis unsere große Sporthalle im Sturm erobert, kamen sie dieses Jahr mit einer Delegation jener Jugendlicher, die sie in den Slums von Nairobi trainieren. Acht kenianische Akrobat*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen, der Jüngste gerade mal zehn Jahre alt, wirbelten fünf Tage lang durch unseren Alltag. Verteilt auf mehrere Gastfamilien und begleitet von einer italienischen Fahrerin und Betreuerin der Kinderkulturkarawane, die die Tournee organisiert hatte, eroberten sie die Herzen aller Charivaris im Sturm und beglückten uns mit sechs Workshops, die alle buchstäblich zu Höhenflügen anspornten. Nach intensivem Aufwärmprogramm und afrikanischem Tanz zu Trommelklängen ging es von akrobatischen Basisfiguren schnell zu Überschlägen, Flicflacs und Salto. Nebenbei bauten wir gemeinsame Pyramiden und machten die Völkerverständigung damit auch physisch erfahrbar, schönere Brücken kann man wohl kaum bauen, und es geht so schnell, Berührungsängste abzubauen, wenn man gemeinsam Akrobatik macht! Unsere Halle war erfüllt von Trommelklängen, von Lachen, Applaus und immer wieder dem „Seid Ihr bereit?“-Ruf: „Mambo sasa!“

Nach zwei Schulvorstellungen am Johanneum kam dann am 22.8. das Highlight der Woche: ihre große Abschluss-Vorstellung in unserer Großen Sporthalle. Die Sorge, wir könnten mitten in der Woche an einem Nachmittag, die Halle nicht voll bekommen, erwies sich als absolut unbegründet. Die Leute strömten zuhauf. Und so kamen etwa 300 Menschen in den Genuss einer bewegenden und begeisternden Performance. Eingebettet in das ernste Thema der Naturzerstörung entfachten die Nafsis ein Feuerwerk aus Tanz, Theater, Percussion und atemberaubender Akrobatik und überbrachten uns ihre Botschaft: eine andere Welt ist möglich, wenn wir es nur wollen und zusammenarbeiten. Wir sind froh und dankbar, dass wir eine riesige Spendensumme einsammeln konnten, dank derer die Nafsis in den Slums von Nairobi viele weitere Kinder von der Straße holen können. Am Tag nach ihrer Abschluss-Show setzten die Nafsis ihre Reise fort, und es flossen auf beiden Seiten viele viele Tränen… Drei Monate werden sie durch Europa reisen. Es war uns eine Ehre, dass wir die ersten Gastgeber sein durften. Und unsere Circus-Gemeinschaft sorgte wirklich für einen unglaublich herzlichen Empfang! Die gemeinsame Akrobatik, die afrikanischen Tänze, das gemeinsame Singen zum Ausklang, vor allem aber auch die vielen persönlichen Begegnungen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Und wir nehmen uns zu Herzen, was sie uns zum Abschied mit auf den Weg gaben: „Never say goodbye to your friends. We say: see you next time!“

Die Freundschaft mit den Nafsi Acrobats wird weiter gehen, und ich freue mich sehr, unserem Circus und vielen anderen Menschen diese Begegnungen ermöglichen zu können.

Es grüßt alle herzlich im Namen der Charivaris,

Trix Langhans

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Kieler Oper

Direkt nach den Sommerferien begann das neue Circus-Jahr mit einem großen Event: 19 Charivaris traten in der Kieler Oper auf. Unserem Circus kam die Ehre zu, das Rahmenprogramm anlässlich des 70. Geburtstages des Paritätischen Landesverbands Schleswig-Holstein zu gestalten. Zum Festakt in der Kieler Oper kamen 250 geladene Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus ganz Schleswig-Holstein. Mittendrin: die Charivaris, die schon beim Empfang Stelzen liefen und jonglierten. Nach vielen Redebeiträgen u.a. vom Landtagspräsidenten Schlie und Sozialminister Garg rundeten wir die Veranstaltung dann mit einem halbstündigen Show-Act ab, der sich wirklich sehen lassen konnte. Man kann wohl sagen, dass die Charivaris die Kieler Oper gerockt haben und dem professionellen Rahmen dieser Veranstaltung mehr als gerecht geworden sind. Das Publikum war äußerst begeistert, und wir waren stolz, uns damit einmal Schleswig-Holstein-weit präsentieren zu können. Sicherlich keine schlechte Werbung für unseren Circus und unseren Verein! Zugleich war es auch ein sehr emotionales Ereignis für uns alle, da sechs Artist*innen mit diesem Auftritt ihren Abschied aus dem Circus feierten. Nach so langer gemeinsamer Zeit (einer ist seit erster Stunde, also seit 13 Jahren bei uns) fällt es natürlich schwer, alle ziehen zu lassen, aber einen schöneren Schlussakkord hätten sie nicht setzen können. Die Akrobatik-Show, die Seiltanz-und Einradnummern und die Luftnummern am Ring und am Vertikaltuch werden noch lange in uns allen nachklingen. Und gewiss war dies nicht der letzte Charivari- Auftritt in Kiel!

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Moisling

Am 17. Mai traten 20 Charivaris in der Heinrich-Mann-Schule auf. Angeregt und gefördert hatte dies der Verein für Lübecker Kinder e.V. mit dem Ziel den Kindern an dieser Brennpunktschule neue Impulse zu geben und ihnen ein kulturelles Ereignis zu schenken. Auch wenn es ein ganz schöner Kraftakt war, mittags an einem Wochentag Charivaris und Material nach Moisling zu befördern und dort alles zu installieren und aufzubauen, hat es sich doch allemal gelohnt. Die Charivaris boten ein abwechslungsreiches Programm mit Springseilnummer, Minitramp, Hoch-Einrädern, Akrobatik, Seiltanz und Vertikaltuch und Luftring. Über 200 Kinder schauten zu, und ein fröhlicheres und dankbareres Publikum hätten wir uns nicht erträumen können. Auch der anschließende Mitmach-Circus war herzerwärmend, es gab viele begeisterte Kinder, und auch den Charivaris bereitete das Weitergeben und Teilen ihrer Künste sichtlich Freude. So war die Veranstaltung ein voller Erfolg, und wir können schon jetzt sagen: „Liebe Moislinger, wir kommen gerne wieder!

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Die Nafsis kommen!

In Kürze ist es wieder soweit: der Circus Charivari bekommt Besuch aus Nairobi. Hatten vor zwei und vor vier Jahren die erwachsenen Nafsi-Acrobats uns zu Begeisterungsstürmen hingerissen, kommen dieses Jahr die Nafsi Africa Kids, eine Delegation jener Jugendlicher, die von den Nafsi Acrobats in den Trainingszentren in den Slums betreut werden. Sieben junge Akrobat*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen im Alter von zehn bis 21 Jahren haben ein Stück erarbeitet, das „Die Wettervorhersage“ heisst.

Die Wettervorhersage“ ist eine bezaubernde künstlerische Performance, die durch die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels auf das menschliche Leben begründet ist. Die Performance nutzt Kunst in verschiedenen Bereichen wie Komödie, Akrobatik und Tanz, um die Auswirkungen des Klimawandels in Kenia zu präsentieren und herauszustellen.
Es ist ein lehrreiches und komplexes Stück, das dem Publikum Wissen über Klimawandel ebenso vermittel wie Maßnahmen diesen zu reduzieren. Und es zeigt auf wie man Teil der Lösung werden kann für ein nachhaltiges Leben.

Mehr Informationen finden sich auch auf der Homepage der Veranstalter der Nafsi-Tournee:www.kinderkulturkarawane.de

Die etwa einstündige Vorstellung findet statt in der Großen Sporthalle von Lübeck 1876 e.V. Travemünder Allee 69e am Donnerstag, den 22.8. um 15 Uhr 30.

Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten, die alle dem Nafsi-Projekt zugute kommen.

Herzlich Willkommen und Karibu!

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Unser neues Stück „Pages- A Circus Library“ hatte Premiere!

Und was für eine! 29 Jugendliche verwandelten die Parketthalle von Lübeck 1876 in eine magische Bücherwelt und spielten sich mit Leidenschaft und großartigem Können in die Herzen der Zuschauer. Es war kaum zu glauben, wie souverän die jungen Artist*innen und Musiker*innen nicht nur ihre Nummern und Stücke präsentierten, sondern auch Umbauten, Licht-und Tontechnik eigenständig meisterten. Alles wirkte wie aus einem Guss, jeder Übergang war liebevoll ausgestaltet, und die gesamte Truppe strahlte das aus, was im Circus Charivari von Anbeginn groß geschrieben wird: eine Gemeinschaft, die Menschen bewegen und mitnehmen möchte.

Die Zuschauer ließen sich zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen, und manch einer wischte sich angesichts der Magie und der vielen zarten Momente verstohlen eine Träne aus den Augen.

Die heutige Vorstellung (16.6.) ist ausverkauft, aber für den 22. und 23. Juni (jeweils 16 Uhr) können gern noch Karten reserviert werden (Kartentelefon: 0451-7074536).

Erste Eindrücke des Stücks finden Sie in der Bildergalerie. Mehr Bilder folgen in Kürze.

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Es ist soweit! Unser neues Stück „Pages- A Circus Library“ feiert am 15. Juni Premiere!

Fünf Monate lang haben 30 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren intensiv geprobt. Entstanden ist ein gleichermaßen hinreißendes wie poetisches Stück, das die Zuschauer in Bücherwelten entführt. Da purzeln Graue Herren, Pu, der Bär oder Mary Poppins aus den Büchern, da verzaubert eine Fee aus Tausendundeiner Nacht am Trapez, es jongliert sich Alice durchs Wunderland und Einradfahrer zeichnen Sternenbilder nach.
Die Regie führten Trix Langhans und Rainer Rudloff. Begleitet werden die jungen Artist*innen von ebenfalls jugendlichen Musiker*innen: der Charivari-Live-Band. Die Musik komponierte und arrangierte Wiebke Hahn. Musik und Artistik verzahnen sich zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk.

Das Stück wird insgesamt sechs Mal in Lübeck aufgeführt ( 15.,16.,22. und 23.6., 27. und 29.9.), bevor es dann im Herbst auf eine elftägige Tournee durch Skandinavien geht.

Das Kartentelefon für die Juni-Vorstellungen wird ab sofort freigeschaltet: 0451-7074536

Karten für Erwachsene kosten 10 Euro, für Schüler*innen 5 Euro.
Reservierte Karten können an den Vorstellungstagen ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Tageskasse abgeholt werden. Restkarten sind auch an der Kasse erhältlich, wir empfehlen aber wegen der großen Nachfrage zu reservieren.

Wir danken: der Friedrich Bluhme-und Else Jebsen Stiftung, der Sparkassen-Stiftung, dem Verband Frau und Kultur, der Daniela Appel-Stiftung, der Carl Arthur Strait Stiftung und den Clubs Lions Liubice, Inner Wheel Lübeck und Lübeck Holstentor und Soroptimist International Lübeck für Ihre finanzielle Unterstützung, die dieses Projekt überhaupt erst möglich machte.

Auf unvergessliche Vorstellungen und auf Sie, unserer Publikum, freut sich

Trix Langhans und das gesamte Ensemble des Circus Charivari

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Gastspiel „Circo Ponte das Estrelas“, 2.2. 16 Uhr

Der Circus Charivari bekommt am 2. Februar Besuch aus Brasilien. Wir freuen uns riesig, dass der „Circo Ponte das Estrelas“ , zu Deutsch Circus Sternenbrücke, aus Sao Paulo in unserer Parketthalle ein Gastspiel geben wird. Mit dem Stück „Santiagos Welt“ nehmen uns 16 Jugendliche mit auf die Reise und werden uns mit Sicherheit verzaubern. Der Eintritt ist frei, doch es werden Spenden gesammelt, die allesamt in das großartige Projekt fließen. In diesem Circus finden Kinder, die in ihrem Alltag sonst nur Drogen, Gewalt und Missbrauch kannten, eine neue Lebensperspektive.

Lest, was sie selber über ihren Circus schreiben und kommt in ihre Vorstellung:

Das Publikum ist begeistert. Ob es der Glanz der strahlenden Augen der Kinder auf der Bühne ist, der sich wie unbemerkt auf das Publikum überträgt, oder die unsichtbare Anstrengung und leise Verwandlung, wenn Kinder, die weder schreiben oder lesen konnten, anstatt bettelnd am Wochenmarkt zu stehen, plötzlich auf einer Bühne vor hunderten von Zuschauern zu Circusartisten werden…

Normalerweise führen unsere Kinder da auf, wo sie selber herkommen und wo auch ihre Familien wohnen, in den Elendsvierteln und Straßen des südlichen Randgebietes São Paulos. Dort sind sie im Alltag ihren chaotischen Familien ohne Struktur, Missbrauch, Kinderprostitution, Drogenhandel und der allgemeinen Kriminalität im unmittelbaren Umfeld ausgesetzt.

Im CIRCUS treffen wir uns jeden Tag vor oder nach der Schule, üben circensische Disziplinen, arbeiten mit Kunst, Theater, Musik, Handarbeit und Handwerk, Nachhilfe und Unterricht in Epochen. Zweimal im Jahr geht es auf Tournee, wo wir ein ausgearbeitetes Theater- und Circusstück in öffentlichen und privaten Schulen, NGO´s, Theatern und auf pädagogischen Kongressen in Brasilien aufführen.

Das Publikum applaudiert, denn das, was unsere Kinder machen ist wirklich gut… Eltern, Schulkameraden, aber auch Eliteschüler aus Privatschulen und Lehrer, die die Realität der Favelas nur aus den Spätnachrichten kennen, staunen – die Schulversager, Stotterer, arme Kinder aus der untersten Sozialklasse, die für gewöhnlich gemobbt werden, die traurigen Favelakinder haben sich in Sterne verwandelt! Die Circusarbeit ist für unsere Kinder, aber auch für unser Publikum pädagogisch wertvoll und wirkt therapeutisch.

Das ist die Brücke, die wir täglich zu schlagen versuchen… Das ist unsere Sozialarbeit für 20 Kinder und Jugendliche, der Circus Sternenbrücke (Ponte das Estrelas)!

Wir haben bereits 2016 eine Tournee nach Deutschland gewagt, und die Erfahrung war schlichtweg umwerfend. Wir haben gelernt, dass nur die Begegnung selbst alle Beteiligten stärkt, Vorurteile abbaut, Mut macht, Wege öffnet und Friedensmomente schafft.

Helft uns doch die Brücke noch einmal bis über den Ozean zu spannen! Kommt uns besuchen in einer Aufführung von „SANTIAGOS WELT“, eine Geschichte mit Theater, Circusnummern, bunten Bildern, wilden Tieren und Klängen aus der ganzen Welt ….! Die Vorstellung dauert 1,5 Stunden und ist für Groß und Klein von 5 bis 99 Jahren geeignet.

Wir wollen mit Euch teilen, was wir haben… damit die Welt eine Ganze werden kann!“

Am 02.Februar 2019 um 16Uhr wird der CIRCUS STERNENBRÜCKE beim Circus Charivari in der Parketthalle von Lübeck 1876 zu Gast sein.

Bem Vindos – Herzlich Willkommen!

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