10 Jahre Charivari – das Festwochenende

Würdiger kann man ein Jubiläum wohl kaum feiern. Wir blicken zurück auf ein fröhliches, bewegendes, mitreißendes und unvergessliches Wochenende.
Wir haben gemeinsam gespielt, trainiert, geübt, gegessen, gesungen, gelacht und gestaunt.

Wir haben uns und unsere Circus-Gemeinschaft gefeiert und sie gleich noch um Dimensionen erweitert, die wir uns nie hätten erträumen können. 80 Workshopteilnehmer ließen sich von unseren Gasttrainern inspirieren und mitreißen. Sie lernten Feuerschlucken und Feuerspucken, neue Einradtricks, Jonglage-Muster, Diabolo-Kunsttücke, Theater-Techniken, afrikanische Tanzschritte und Akrobatik vom Feinsten.
Die große Gala am Abend wurde von hunderten von Zuschauern gefeiert. Die Charivaris machten den Anfang mit einer aus vielen Circustechniken zusammengesetzten Eröffnungsnummer, zwei unserer Abiturientinnen verabschiedeten sich vom Circus Charivari mit einer temporeichen Jonglage und einer poetischen Luftringnummer, es gab eine spannungsgeladene Begegnung zweier Menschen auf dem Drahtseil und auch die „Blues Brothers“ waren mit dabei und rockten die Halle mit spektakulären Sprüngen auf dem Mini-Trampolin.
Unsere Gäste, die Lübecker Einradfüchse, beeindruckten mit einer perfekt choreographierten Kür, Jörg Isermeyer gab zwei Lieder zum Besten, Jongleur Peter Theeg warf kunstvoll und charmant mit Keulen,Diabolos und Messern um sich, und dann kam das Highlight des Abends: die Nafsi Afrika Acrobats aus Nairobi. Solche Weltklasse- Artisten hat unsere Halle bislang noch nie gesehen. Sprungakrobatik und Pyramiden auf allerhöchstem Niveau gepaart mit Witz und Humor und unbändiger Lebensfreude. Afrika hielt Einzug in unsere Halle und hallt noch immer in uns nach.
Als wäre all das nicht schon genug gewesen, fanden sich am nächsten Morgen wieder 25 Charivaris, unsere Gäste aus Bremen und Dresden und die Nafsi-Acrobats ein, um unser Fest und unsere Freude ins Containerdorf zu tragen. Nach gemeinsamen Spielen mit den Flüchtlingskindern, zeigten die Nafsi-Acrobats auf Asphalt und im Staub des Camps noch einmal eine mitreißende Akrobatikshow. Nachmittags wanderten wir gemütlich durch Gänge und Gassen der Lübecker Altstadt. Beim Abschied am Montag Morgen flossen dann die Tränen. Dieses Wochenende wird noch lange in uns nachwirken. Unsere Gäste sind wieder abgereist, aber ein Stück von ihnen bleibt.

Wir danken allen Gästen, allen Charivaris, allen Helfern, allen Mitwirkenden, allen Mitfeiernden und allen Spendern dafür, dass Ihr diesen 10. Geburtstag unseres Circus Charivari zu einem unvergesslichen, wunderschönen und zutiefst bewegenden Erlebnis gemacht habt.

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10 Jahre Charivari – Große Circus-Gala am 4. Juni

CharivariGeburtstag10JahreAlle Details zur großen Circus-Gala im Beitrag vom 5. Mai.

Das Plakat als PDF-Datei CharivariGeburtstag10Jahre

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Circus Charivari beim HANSEKULTUR Festival

Vom 20. bis 22. Mai feiert Lübeck in der nördlichen Altstadt das Hansekulturfest und unser Circus wird die Stadt mit einem bunten Straßenumzug und fetzigen Circusnummern schmücken.
HKF LogoWer den Umzug sehen oder ihm folgen will, sei herzlich eingeladen!
Wir beginnen am Sonntag den 22. Mai um 13:00 Uhr am Burgtor und ziehen zu den Klängen der Sambatruppe Sambarata durch die große Burgstraße über den Koberg und weiter bis in die Beckergrube. Auf der Kulturfläche vor dem Stadttheater machen wir im Anschluss eine Circus Show mit Jump Rope, Einradkünsten und Menschenpyramiden.
Wir freuen uns, Euch dort zu treffen.

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Große Circus-Gala am 4. Juni

Der Circus Charivari hat Geburtstag! Im Sommer sind wir 10 Jahre alt und wollen dies mit einem großen Festwochenende feiern. Alle großen und kleinen Charivaris dürfen am 4. Juni den ganzen Tag über an Workshops teilnehmen, in denen uns 9 Trainer befreundeter Jugendzirkusse Techniken, Impulse und Ideen für die nächsten Jahre geben werden. Am Abend dann steigt die große „Charivari and friends“-Circus-Show. Den ersten Teil gestalten 21 jugendliche Charivaris, die mit dieser Show zum Teil selber ihr 10jähriges Jubiläum oder auch wegen Abitur ihren Abschied feiern werden.

Im zweiten Teil zeigen unsere Freunde von den Lübecker Einradfüchsen eine beeindruckende Kür, Jongleur Peter Theeg vom Duo Fuego tritt auf, ebenso seine Töchter vom Dresdner Jugendzirkus Springkraut, und Jörg Isermeyer, Schauspieler und Liedermacher aus Bremen sorgt für einen musikalischen Akzent.

Ganz besonders freut es uns, dass es uns gelungen ist, die Nafsi-Acrobats zu uns einzuladen, 5 begnadete kenianische Akrobaten, die wir letztes Jahr in der Bornholmer Zirkusschule kennengelernt haben. Sie werden mit ihren sensationellen Pyramiden, ihren wilden Sprüngen, Salti und Flicflacs, vor allem aber mit ihrer unbändigen Lebensfreude ein feuriges Stück Afrika in unsere Halle zaubern. Für die Charivaris wird es ein unvergessliches Erlebnis sein, gemeinsam mit diesen großartigen Akrobaten auf der Bühne zu stehen. Die Nafsi Acrobats besuchen uns im Rahmen einer „Circus for Peace Tournee“ und werden uns auch am 5. Juni zu unserem Hauptwirkungsort der letzten Monate begleiten: zu den Flüchtlingskindern im Containerdorf auf dem Lübecker Volksfestplatz.
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Die Circus-Gala startet am 4. Juni um 19 Uhr in der großen Halle von Lübeck 1876 e.V., Travemünder Allee 69e.. Der Eintritt ist frei, Spenden werden jedoch erbeten, gern auch in großer Höhe, da alle Einnahmen an die Nafsi-Acrobats gehen, die damit ihre pädagogische Arbeit in den Slums von Nairobi finanzieren.

Seien Sie dabei, wenn es heißt:
Manege frei für den Circus Charivari und seine Freunde!

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Und jede Woche wieder: Manege frei auf dem Volksfestplatz

Unser wöchentlicher Mitmach-Circus im Containerdorf auf dem Volksfestplatz hat sich zum mittlerweile größten Projekt entwickelt, das unsere Circus-Abteilung in ihrer bald schon zehnjährigen Geschichte auf die Beine gestellt hat. Seit Mitte September waren wir so gut wie jedes Wochenende, in den Ferien auch mal während der Woche dort und haben damit unzähligen Kindern eine Freude gemacht. Aber nicht nur die Flüchtlingskinder strahlen um die Wette, auch den vielen großen und kleinen Charivaris und Helfern, die dieses Projekt mit tragen, gestalten und weiterentwickeln, bedeutet dieses Projekt der Begegnung unglaublich viel.
Gerade unsere Jugendlichen schlüpfen immer mehr in die Trainerrolle, geben mit Freude ihre Circus- Künste weiter, lernen auch sich durchzusetzen und den oft lebhaften und äußerst bewegungshungrigen Kindern auch mal Grenzen aufzuzeigen.
Mittlerweile leben auf dem Volksfestplatz zum ganz großen Teil Familien mit oft noch sehr kleinen Kindern. Oft bekommt man ein knopfäugiges Baby in den Arm gedrückt, während Mama und Papa sich unter viel Gelächter in der Kunst des Diabolospielens üben. Und viele Charivaris werden zu „Pferdchen“ und hüpfen und springen mit den Kleinkindern durch die Gegend.
Wenn wir auf den Platz kommen, bekomme ich oft eine Ahnung, wie es früher war, wenn der Circus ins Dorf kam und die Menschen ihrem Alltag entlockte. Im Nu ist man von jubelnden Kindern umringt, die sich der Circus-Karawane anschließen, die Freude ist unmittelbar und sehr berührend. Dabei war das Wetter oft alles andere als einladend. Wir haben dort schon bei Schneegestöber, bei strammen Minusgraden und Dauerregen Circus gemacht.

Hochachtung gebührt den vielen unermüdlichen großen und kleinen Charivaris, die schon dabei waren, vor allem jenen, die mindestens jedes zweite Wochenende dabei sind und somit zu Säulen dieses Projektes und auch unseres Circus als Ganzes wurden.
Dank auch an die privaten Spender und Organisationen, mit deren Hilfe wir dieses Projekt nun auch das ganze Jahr über fortsetzen können. So können Requisiten, die verloren gehen oder witterungsbedingt verschleißen, immer mal wieder nachgekauft werden und auch Jacken und T-Shirts mit Lübeck 1876-Logo, mit denen wir im Containerdorf immer zu erkennen sind, für alle Helfer bereit gestellt werden.Wir sind stolz und glücklich dank aller Mitwirkenden und Unterstützern so ein langfristig angelegtes Projekt stemmen zu können und erleben Woche für Woche wieder die Magie, die der Circus zu entfalten vermag, und die Freude derer, die sonst im Leben gerade nicht soviel Grund zum Lachen haben.

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Besuch aus Brasilien

Am 30. Januar hatten wir die Ehre, Gastgeber zu sein für den brasilianischen Jugend-Circus „Circo Ponte das Estrelas“. Über 200 Zuschauer strömten in die Parketthalle und füllten jeden Winkel. Die Charivari-Eltern hatten ein phantastisches Kuchenbuffet bereitet, und so erhielten die weit gereisten Gäste einen gebührenden herzlichen Empfang. 13 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren rissen die Zuschauer mit ihren fröhlichen und perfekt choreographierten Circusnummern zu Begeisterungsstürmen hin. Ein Junge fuhr sogar mit dem Einrad übers Seil, ein anderer balancierte mit seinem Rolabola-Brett auf einem Basketball, andere kontrollierten mühelos zwei Diabolos zugleich auf einer Schnur. Besonders beeindruckt hat uns die Tatsache, dass alle Jugendlichen aus extrem schwierigen familiären Verhältnissen kommen. Dieser Circus, zu Deutsch „Sternenbrücke“ genannt, arbeitet nur mit Kindern aus den Favelas, den Randbezirken Sao Paulos, in denen Drogen, Prostitution und Alkoholismus zur Tagesordnung gehören. Umso bewundernswerter war es, mit welch eiserner Disziplin die Jugendlichen trainiert hatten und wie zuverlässig und aufeinander abgestimmt sie ihr Programm darboten. Hut ab vor den Pädagogen, die diese Arbeit leisten!

Besonders schön war auch, dass wirklich ein Stück Brasilien unser Lübeck 1876-Gebäude umwehte. Traditionelle brasilianische Kinderspiele mit Kreiseln und Drachen zogen sich wie ein roter Faden durch das Circus-Programm, und am Ende konnten eben jene Spielgeräte auch erworben werden. Wie universal Circus wiederum ist, zeigte sich am Ende, als alle Akteure vor ihrer selbst erbauten „Sternenbrücke“ standen und auf portugiesisch eines der Lieder sangen, die auch wir-auf Deutsch-in unserem Circus singen. Es war faszinierend zu sehen, dass tausende von Kilometern entfernt Menschen doch auch die selben Lieder singen wie wir und mit ihrem Circus ein Gefühl von Gemeinschaft und Verbundenheit schaffen.

Viele Zuschauer waren sehr gerührt und entließen die jungen Artisten erst nach minutenlangem Schlussapplaus. Wir hoffen, dass es unseren Gästen bei uns gefallen hat.
Uns bleiben wunderbare Ideen, viel Inspiration und die Erinnerungen an einen ganz besonderen brasilianischen Circus-Zauber.

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Karnevals Varieté

Im letzten Halbjahr hat sich eine unserer Jugendgruppen intensiv mit dem Thema Varieté beschäftigt und selbst ein buntes und vielfältiges Programm zu Weihnachten erarbeitet.
Jetzt im neuen Jahr wurde die Arbeit wieder aufgenommen, und es gibt noch zwei weitere Shows.
Wer es noch nicht gesehen hat oder gern noch einmal kommen möchte, ist herzlich Willkommen, unser 45minütiges Variete-Programm am 6. oder 7. Februar zu genießen.

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Varieté am 17.12.2015

PlakatWeihnachtsVariete2015Die Jugendgruppe Donnerstag 3 unseres Circus hat sich im letzten halben Jahr intensiv mit dem Thema Varieté beschäftigt, dem Varieté welches die verschiedensten Kuriositäten auf die Bühne bringt. Neben den akrobatischen und artistischen Fähigkeiten gibt es auch Tanz, Klamauk und Gurgelgesang der ganz besonderen Art.
Kommen Sie rein, schauen und staunen Sie über die zarten bis schrillen Momente und lassen sie sich von dem wilden Spektakel mitreißen.

Wir öffnen die Türen um 19:00h in der Parketthalle unseres Sportvereins Lübeck 1876 e.V. (Üblicher Eingang wie beim Training).

Eintritt frei, über eine Spende in unseren Hut freuen wir uns.

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Brasilianischer Jugend-Circus zu Gast bei Charivari

Wir freuen uns riesig, zu einem ganz besonderen Circus-Ereignis einladen zu können:

Am 30. Januar um 16 Uhr gibt der brasilianische Jugend-Circus „Circo Ponte das Estrelas“ ein Gastspiel in der Parketthalle von Lübeck 1876, Travemünder Allee 69e.
In diesem Circus, der auf Deutsch „Sternenbrücke“ heißt, wirken Kinder und Jugendliche aus den Favelas von São Paulo mit, deren Alltag geprägt ist durch Gewalt, Mißbrauch, Drogen und Kriminalität. Die Brasilianerin Celia Sant’ana und die Deutschen Regina Klein und Katrin Bugert haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen traumatisierten Kinder durch tägliches Circustraining, das an einen verpflichtenden Schulbesuch gekoppelt ist, wieder eine Lebensperspektive zu geben und den Brückenschlag zu verwirklichen von einem Leben im Elend zum Circus-Zauber auf der Bühne. Mit ihrem Programm „Pedro, Pipa, Pião“ sind sie im Januar auf Deutschlandtournee, und es ist uns eine große Ehre, sie als unsere Gäste willkommen heißen zu dürfen.
Es erwartet uns ein buntes Programm mit vielen bewegten Circusnummern, Theater und Musik sowie traditionellen brasilianischen Kinderspielen. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten, da dieser Circus keine staatliche Unterstützung bekommt, sondern auf Hilfe Dritter angewiesen ist.
Wir freuen uns, wenn Ihr dabei seid, wenn in unserer Parketthalle die Worte erklingen:

Bem Vindos no Circo Ponte das Estrelas!

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Unser Austausch mit dem Cirkus Flik Flak

Auf unserer ersten Circus-Tournee im letzten Jahr konnten wir eine Freundschaft mit dem dänischen Jugend-Circus „Flik Flak“ in Odense etablieren, die wir in diesem Jahr weiter ausbauen und vertiefen konnten. Ende Juni besuchten uns 27 junge Flik Flaker und gaben zwei hinreißende Vorstellungen in unserer Halle und zwei weitere für die Grundschule Lauerholz , auf deren Wiese sie zelten durften. Gemeinsame Circus-Spiele mit den Charivaris und eine Stadtführung nebst Hafenrundfahrt rundeten das Programm ab und führten zu dem Beschluss „Wir müssen mehr gemeinsam machen“. So machten wir uns am Ende der Herbstferien auf den Weg, um mit 15 Charivaris im Alter von 11 bis 19 Jahren und 35 Flik-Flakern und der dortigen Circus-Direktion eine gemeinsame Halloween-Grusel-Show auf die Beine zu stellen.Freitag Nachmittag trafen wir ein, probten nochmal die von uns vorbereiteten Nummern, genossen zusammen mit den Flik Flakern ein köstliches Abendbrot, und dann ging es los mit Kennenlern-Spielen, ersten Kontakten und einer Zusammenstellung „Wer will was wo“. Ein Gaukler-Duo aus Kopenhagen, das für uns Regie führen sollte, gab uns zur Inspiration noch eine spätabendliche Show.

Am Samstag wurde den ganzen Tag lang emsig geprobt, und es war phantastisch zu sehen, wie sich Deutsche und Dänen mit großer Selbstverständlichkeit in den verschiedenen Circus-Techniken begegneten und über alle Sprachbarrieren hinweg problemlos miteinander probten. So gelang es, fast alle Teile der Show deutsch-dänisch zu besetzen, und es war spannend zu sehen, wie sich hier durchaus unterschiedliche Stile mischten. Erstaunt waren wir allerdings, dass im Cirkus Flik Flak viele unserer Regeln in Punkto Sicherheit nicht gelten und es hier andere beziehungsweise einfach wesentlich weniger Strukturen und Vereinbarungen gab.In diesem Circus bringen sich die Kinder alles selber oder gegenseitig bei, es gibt keine ausgebildeten Trainer, dafür ein riesiges beeindruckendes Netzwerk an freiwilligen ehrenamtlichen Helfern. Sie haben es auf diese Art und Weise auf ein beachtliches Niveau gebracht, es gibt dort richtige Jonglier-Cracks, begabte Seiltänzerinnen, wagemutige Einradartisten…Die Trainingsmethoden waren für uns dennoch ungewohnt und nicht wirklich nachahmenswert.

Am Sonntag morgen war Generalprobe, sie endete eine Stunde vor der Vorstellung. Für diese Stunde war noch Mittagessen, das Heraussuchen von fehlenden Kostümteilen und das Schminken von 50 Mitwirkenden vorgesehen. Es war beeindruckend, wie entspannt die Dänen mit diesem straffen Zeitplan umgingen, ich selber hätte hierfür das Dreifache an Zeit eingeplant.

Die Show war dann wirklich großartig. Der Stil der Flik Flaker ist eher spritzig, temporeich und am klassischen Circus orientiert. Die Charivaris arbeiten eher langsamer, getragener und theater-orientiert. Beides zusammen hat sich für meinen Geschmack wunderbar ergänzt und bereichert. Besonders beeindruckend war das Zusammentreffen der Stile in einer gemeinsamen Seilnummer von Leonid (Charivari) und Nicoline (Flik Flak). Sie sind beide 19 Jahre alt, passionierte Seiltänzer, und dennoch könnte man unterschiedlicher kaum sein.Sie stellten sich der Herausforderung, eine gemeinsame Nummer zu entwickeln und meisterten diese mit Bravour. Er ganz in Schwarz, eine finstere Gestalt, in einer Art Verfolgungswahn gefangen, sie klassisch in weiss, die Reinheit in Person, die ihm begegnet und ihn nach und nach aus seiner Wahnwelt herauslockt. Das Ganze auf dem Seil und auf hohem technischen Niveau.Viele Stimmen sagten hinterher, aus dieser Begegnung könnte wirklich ein professioneller Akt werden.Ein Highlight am Ende war die gemeinsame Sprungakrobatiknummer nebst Abschlusspyramide aller Beteiligten. Alles in allem eine wunderbare Show und eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten.

Nach der Show kam für die Charivaris allerdings ein kleiner Dämpfer: fast sämtliche Flik Flaker und das Regie-Team verschwanden, ohne sich zu verabschieden. Schon zuvor war uns aufgefallen, dass es im Cirkus Flik Flak ganz anders als bei uns kaum gemeinschaftsstiftende Rituale gibt. Anders als bei uns gibt es in unserem Partner-Cirkus weder vor den Mahlzeiten noch vor der Vorstellung einen gemeinsamen „Startschuss“, entsprechend auch nach der Vorstellung keine Verabschiedung, keine gemeinsame Runde. Wir hätten uns hier mehr Verbindlichkeit, mehr „Wir“-Gefühl gewünscht. Dennoch waren wir sehr begeistert von der unkomplizierten Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der Dänen.

Unseren Abschiedsabend begingen wir dann auf „ Charivari-Art“ mit einer Evaluationsrunde und gemeinsamen Essen und Singen.Es war schön, dass der dänische Direktor und zwei junge Trainerinnen noch einmal wiederkehrten und zusammen mit uns sangen. Am nächsten Morgen machten wir uns reichlich übermüdet aber höchst zufrieden und um viele Erfahrungen reicher auf den Rückweg nach Lübeck.

Trix Langhans

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